Hallo... Ich bin Briggsy. Ja, eigentlich Captain Briggsy, aber das ist ein bisschen lang und das
dauert wohl zu lange, wenn mich meine Zweibeiner schimpfen wollen. Daher einfach nur Briggsy.
Oder "Kleiner" oder "Zwergerl" oder ... Man findet immer lustige Namen für mich.
Ich bin derjenige, der die Zügel hier in der Hand hat. Wenn es irgendwo was zu Spielen gibt, dann
finde ich das auch. Haarklammern vom kleinen Frauchen... oder Stifte sind auch super. Hauptsache ich
kann es rumtragen und irgendwo in Schuhen verstecken.
Achja Schuhe... Ich liebe Schuhe. Da kann man drauf rumbeißen und kann sich darin verstecken. Ok, das
mit dem Verstecken ist nicht ganz einfach, aber man kann zumindest den Kopf reinstecken. Und man kann
sie durch die ganze Wohnung schieben und verstecken. Oh, dann hab ich ja was in den Schuhen versteckt
und die Schuhe dann selbst auch noch versteckt. Das ist ja cool.
Achja... Und dann hängen hier überall so lustige Fadenvorhänge... Ihr glaubt gar nicht, was man mit
denen alles anstellen kann. Die kitzeln so schön. Und man kann die einzelnen Fäden abbeißen und durch
die ganze Wohnung tragen. Dann hat man überall ein bisschen was zum Spielen.
Vorhänge sind generell super. Da haben meine Herrchen doch glatt gedacht, sie können die Vorhänge
hoch binden. Aber dann macht das gleich noch mehr Spaß, wenn man da hoch springt. Man mus nur aufpassen,
dass Frauchen oder Herrchen das nicht sehen. Die schimpfen dann immer und versuchen mich zu fangen.
Aber ich bin viiiieeel schneller als die. Dann muss ich mich eben kurz verstecken und dann such ich
mir was anderes zu spielen.
Aber wenn ich müde bin, dann genieße ich es auch gerne, wenn ich gekrault werde und schnurr dann auch
ganz viel, wenn es mir gefällt.
Lasst mich doch bitte schlafen... Ja, ich bin Moby. Sir Moby Fledermaus. Was gibt's denn noch?
Ich will einfach nur meine Ruhe haben. Ok. Manchmal muss ich auch ein bisschen spielen. Aber am
allerliebsten will ich einfach auf meinem Kratzbaum liegen, alles überblicken und entspannen.
Oh... Streicheln ist auch ganz toll. Das dürft ihr gerne machen. Da fang ich auch gleich an zu
Schnurren.
Ja... und manchmal muss ich auch mit meinem kleinen Bruder spielen. Der stellt sonst zu viel an
und dann werden wir am Ende nur wieder beide geschimpft.
Ich bin auch ganz gerne bei meinem kleinen Frauchen. Die liest mir dann vor oder spielt irgendwas.
Da kann man toll zuhören und zuschauen. Das ist so entspannend, dass ich dann auch immer gleich
wieder einschlafe.
Und das kleine Frauchen trägt mich auch gerne rum. Das ist auch toll. Eigentlich egal, wer mich
rumträgt. Da kann man sich so schön hängen lassen und muss gar nichts machen. Dann muss ich keine
Treppen steigen, wenn ich ins Wohnzimmer rauf will oder sonst irgendwo hin. Einfach warten, bis
mich jemand trägt. Das ist echt toll.
Vielleicht sagen deswegen Frauchen und Herrchen immer wieder mal "Dicker" oder "Mobsy" zu mir.
Aber ich bin gar nicht dick. Ich hab nur schwere Knochen und bin ja schließlich auch viel größer
als mein kleiner Bruder.
Das Einzige, wo ich ganz schnell werde ist, wenn ich höre, dass es Futter gibt. Oder Leckerlis.
Das lass ich mir natürlich nicht entgehen. Da spring ich dann sogar gerne hinter den Leckerlis her,
wenn mein Herrchen sie wirft. Nur das mit dem Männchen machen, wie es mein Bruder macht... das seh
ich gar nicht ein.
Am 5. Dezember war der Nikolaus bei Ronja - das ist jetzt unser kleines Frauchen - und hat von ihr
erfahren, dass sie wieder Katzen im Haus haben will. Da hat sich der Nikolaus wohl gedacht, dass das
kleine Frauchen so brav war und sich sicherlich gut um junge Katzen kümmern würde. Denn am gleichen
Tag wurden wir geboren.
Wir, dass sind wir beide und noch drei weitere Geschwister. Also insgesamt waren wir ein recht großer
Wurf von fünf Katzen. Da hatte es unsere Mutter "Hermine" sicherlich nicht einfach.
Einfach war unser Start ins Leben ohnehin nicht. Unsere Mutter wurde wohl ausgesetzt, als sie mit
uns fünf schwanger war und musste sich selbst durchschlagen. Zum Glück wurde sie gefunden und ins
Tierheim gebracht. Und als man dort festgestellt hat, dass unsere Mutter junge Kätzchen erwartet
hat sich zum Glück gleich eine Mitarbeiterin des Tierheims bereit erklärt, die Mama mit zu sich
nach Hause zu nehmen, damit den jungen Kätzchen - also uns - nichts passiert.
Hier durfte Mama dann in einem Zimmer wohnen und konnte in Ruhe uns junge Kitten auf die Welt
bringen und uns erst einmal erziehen, so dass wir uns dann später in der Welt gut zurecht finden.
Das ist schon wichtig, denn von Mama kann man immer noch am meisten lernen.
Unsere Pensions-Mama hat sich dann auch gleich darum gekümmert, dass wir alle dann später bei netten
Familien unterkommen, denn leider konnten wir nicht auf Dauer bei ihr bleiben. So haben wir dann
auch unsere drei Zweibeiner kennengelernt. Das kleine Frauchen wollte am liebsten uns alle fünf
mit nach Hause nehmen, aber das ging leider nicht. Aber wie wir gehört haben, sind unsere Geschwister
auch alle gut untergekommen.
Aber so weit sind wir eigentlich noch gar nicht. Wir durften nämlich erst noch eine Weile bei unserer
Mama bleiben. Leider wurden wir dann aber doch krank und mussten daher in Quarantäne ins Tierheim.
Da hatten wir ein kleines Zimmer für uns ganz alleine. Überall hat man Hunde bellen gehört, aber wir
waren da ganz gut und sicher aufgehoben und konnten uns gut auskurieren.
Hin und wieder kamen unsere zukünftigen Zweibeiner uns besuchen und haben mit uns gespielt. Wir waren
da aber so verängstigt, dass wir kaum mit ihnen gespielt haben, sondern uns lieber versteckt haben.
Nur unsere Mama ließ sich gerne von ihnen streicheln. Ich glaub, sie hat sich darüber gefreut,
wenn jemand zu Besuch kam.
Nach zwei Wochen im Tierheim war es dann so weit und wir durften zu unserer neuen Familie. Unsere
Pensions-Mama hat uns persönlich da hin gefahren. Und da waren wir dann. Vor allem unser kleines
Frauchen hat sich tierisch gefreut, dass wir endlich da sind. Aber wir waren da ganz schüchtern
und haben uns gar nicht aus der Tragekiste raus getraut. Aber dazu gleich ein bisschen mehr.
Als wir zu unserer neuen Familie kamen waren wir ganz schüchtern. Das erste mal, dass nur wir zwei
allein waren. Unsere Geschwister waren nicht mehr da und unsere Mama auch nicht mehr. Wir haben uns
gar nicht aus der Transportkiste rausgetraut, mit der uns unser Pensions-Frauchen zu unserer neuen Familie
gebracht hat.
Wir wurden dann in einen Raum gebracht, in dem ein Kratzbaum stand und ein Katzenklo. Das kannten
wir und haben uns dann auch gleich im Katzenklo versteckt. Gut, dass wir zu zweit waren. So konnten
wir uns wenigstens gegenseitig beschützen.
Unsere neue Familie hat uns in dieser Zeit erst einmal viel Ruhe gelassen. Immer wieder haben sie
nach uns gesehen, ob alles gut ist, aber sie haben uns nicht bedrängt.
Langsam bin ich - Moby, dann aus dem Katzenklo raus und hab mich da ganz vorsichtig umgesehen. Der
Kratzbaum hat unten auch eine Höhle. Da bin ich dann blitzschnell rein und hab mich da versteckt.
Briggsy ist dann auch nachgekommen und so haben wir uns da drin versteckt.
So vergingen dann langsam die ersten Stunden und Moby wurde immer ein bisschen mutiger und hat auch durch
die Tür raus geschaut, was es da noch so alles gibt. Natürlich immer ganz vorsichtig, damit ihn ja keiner
sieht.
Vor der Tür haben wir dann eine Treppe gefunden. Wow... Das ist echt was voll cooles und so was kannten
wir noch gar nicht. Da kann man rumklettern und hat immer alles im Blick. Und wenn jemand kommt,
kann man wieder blitzschnell ins Klo oder in den Kratzbaum flüchten.
So haben wir also erst einmal die Treppe ausgekundschaftet. Wenn man die Treppe nach unten klettert,
kann man durch die Treppe hindurch auf einen Schrank klettern und ist da oben dann auch ganz sicher
und hat einen perfekten Ausblick, was unter einem so alles passiert.
Auf diesen Schrank haben wir uns die ersten Tage immer wieder zurück gezogen, wenn wir Angst hatten
oder wenn wir einfach nur müde waren.
Langsam haben wir aber auch den Rest erkunden müssen. Irgendwann siegt einfach die Neugierde und wir
glauben, dass die Zweibeiner uns nichts Böses wollen.
Da gibt es noch einige Zimmer, die wir uns immer gemeinsam angesehen haben. Und wenn Briggsy mich
mal aus den Augen verloren hat, weil ich einfach schneller, neugieriger und mutiger war als er, dann
hat er nach mir geschrien und ich bin dann ganz schnell wieder zu ihm zurück gelaufen, damit er keine
Angst haben muss. So haben wir uns immer wieder gefunden. Schließlich müssen wir ja zusammenhalten und
auf uns gegenseitig acht geben.
Ja, einen kleinen Unfall hatte ich auch schon. Wir haben ja schon erzählt, dass ich früher sehr
ängstlich war und immer gleich weggelaufen bin. Und da hatte ich einmal ein kleines Problem.
Ich war auf der Treppe, weil man da immer so schön rumklettern und rumspringen kann. Dann kam
plötzlich von unten das kleine Frauchen und ich hab mir gedacht, da muss ich schnell weg und nach
oben laufen. Doch dann hab ich gesehen, dass von oben das Herrchen kommt und ich wusste nicht mehr
wohin. Dann ist mir der Schrank eingefallen, auf dem Moby und ich uns immer versteckt haben. Also
zwischen den Stufen durch und springen...
Leider hab ich es aber nicht geschafft bis zum Schrank und bin dann runter gefallen und ganz blöd
aufgekommen. Das große Frauchen hat mich fallen gesehen und gleich aufgeschrien, aber da war es
schon zu spät.
Mensch hat das weh getan. Ich konnte mit einer Pfote gar nicht mehr richtig auftreten und hab
mich dann nur noch verkrümelt.
Aber dann hab ich erkannt, dass meine neue Familie es scheinbar wirklich gut mit mir meint und
das ich vor denen keine Angst zu haben brauche. Die haben sich voll lieb um mich gekümmert. Als
ich aber nach zwei Tagen immer noch nicht mit meinem Bein auftreten konnte, hat mich mein Frauchen
wieder in eine Transportbox gesperrt. Ich hatte da soviel Angst, dass ich weg muss und vielleicht
auch noch meinen Bruder dann verliere. Aber sie ist mit mir nur zum Tierarzt gefahren, damit der
sich mal mein Bein ansieht.
zum Glück ist nichts schlimmes passiert. Ich bekam zwar eine Spritze, aber da war ich ganz tapfer.
Und dann hat mich mein Frauchen auch gleich wieder mit heim genommen. Ich bin dann gleich zu Moby
gehumpelt, der mich auch schon vermisst hat.
Das mit dem Humpeln hat wirklich noch lange angehalten. Aber jetzt weiß ich, dass ich hier gut
aufgehoben bin und dass sich meine Zweibeiner wirklich um uns sorgen und sich um uns kümmern.
Seitdem lasse ich mich auch gerne einmal streicheln.
Ich hatte auch schon einen ganz ekelhaften Unfall. Und das obwohl ich immer ganz vorsichtig
und zurückhaltend bin. Aber woher soll ich denn auch wissen, dass man in der Badewanne nass
wird, wenn man reinspringt. Ich springe ständig in die Badewanne, weil das da drin so schön
glatt und rutschig ist. Da kugel ich immer ganz gerne drin rum. Vor allem, weil es auch schön
kühl ist.
Und dann... Na da spring ich rein und da ist plötzlich ganz viel Wasser drin...
Ich hab mir schon gedacht, dass da irgendwas anders ist, weil mein Herrchen da irgendwas
gemacht hat und das hat mich natürlich auch neugierig gemacht. Und als mein Herrchen aus dem
Bad raus gegangen ist, wollte ich mal nachschauen, was sich da so komisch anhört und bin einfach
mal mit Anlauf reingesprungen.
Pitschnass war ich da... ich bin fast nicht mehr aus der Badewanne rausgekommen. Könnt ihr
euch vorstellen, wieviel Angst ich da hatte. Aber irgendwie bin ich dann doch rausgekommen und
bin dann auch gleich abgedüst und wollte mich verstecken. Alles war nass und mein Fell hat das
Wasser auch noch richtig ausgesogen. Ich bin ganz schnell die Treppe rauf gelaufen und da war
dann das Herrchen. Der wollte mich dann gleich einfangen, aber ich hatte soviel Angst, dass er
mich schimpft, dass ich immer wieder vor ihm davon gelaufen bin.
Aber irgendwann hat er mich dann doch erwischt und mich dann in ein Handtuch gewickelt. Er hat
gar nicht geschimpft... ich glaube, er hat sich Sorgen gemacht, weil er mich ganz lieb abgerubbelt
hat. Dann hab ich mich aber trotzdem wieder versteckt... Auf einem Stuhl, weil ich da meistens
meine Ruhe habe. Ich war fix und fertig. Dann kam das kleine Frauchen und hat mich in ihre
Lieblingsdecke eingewickelt. Das hat richtig gut getan. Ein bisschen kuschelig und dann bin ich
auch wieder trocken geworden. Aber das war echt anstrengend und daher bin ich dann auch gleich
eingeschlafen.
Ja... da hab ich echt was gelernt. Die Badewanne ist schon interessant, aber künftig werde
ich erst kontrollieren, ob Wasser drin ist oder nicht...
Leider habe ich eine traurige Nachricht:
Am Freitag, den 26.02.2021 bekamen wir am Abend um ca. 22:00 einen Anruf von Tasso, dem Registrator, bei dem unsere Katzen registriert sind.
Moby wurde von einem Auto erfasst und bereits tot in die Tierklinik gebracht.
Der Unfall ereignete sich in der Nacht und es war auch noch regnerisch. Eine schwarze Katze wird da leider leicht übersehen.
Immerhin wurde Moby dann noch zur Tierklinik gebracht, aber das half leider nichts mehr.
Wir hoffen, dass es für ihn auch wirklich schnell ging und er nicht lange leiden musste.
Besonders leid tut mir auch Briggsy, der lange gebraucht hat, bis er überhaupt verstanden hat, dass sein Bruder und Spielgefährte nicht mehr
nach Haus kommt. Er hat lange immer wieder nach ihm gesucht und immer wieder an der Tür und auch draussen gewartet, dass er wieder kommt.
Mittlerweile hat er es aber aktzeptiert und macht wohl jetzt das Beste daraus. Er kümmert sich jetzt viel mehr um uns und ist jetzt richtig
anhänglich geworden. Wir hätten nie gedacht, dass aus Briggsy mal ein Schmusekater werden wird.
Dennoch werden wir alle Moby vermissen.
Seine gutmütige und gelassene Art machte aus ihm eine einzigartige Katze, die leider viel zu jung gestorben ist.
Jetzt zum Schluss möchten wir uns eigentlich nur noch bedanken...
Danke an das Tierheim des Tierschutzvereins Regensburg e.V., dass ihr unsere Mama gefunden
habt und aufgenommen habt.
Danke auch an die freundliche Mitarbeiterin des Tierheims, die unsere Mama mit nach Hause
genommen hat, damit sie dort in einer sicheren Umgebung uns kleine Kitten auf die Welt
bringen konnte.
Und natürlich danke an unsere neue Familie, die uns so liebevoll aufgenommen hat und
immer dafür sorgt, dass es uns gut geht. Und dabei natürlich auch an die anderen Familien,
die unsere Geschwister aufgenommen haben. Wir sind sicher, dass auch sie gut untergekommen
sind und dass man sich auch um sie ganz liebevoll kümmert.